Teichfilter

In einem Filter siedeln sich im Laufe der Zeit Bakterien an, die die biologische Filterwirkung unterstützen bzw. erst bewirken (siehe u.a. Nitrifikation). Diese Bakterien brauchen hierfür Sauerstoff. Dieser wird ihnen durch das von der Pumpe in den Filter gedrückte Teichwasser geliefert. Das ist auch der Grund, warum Filteranlagen rund um die Uhr betrieben werden müssen.

Wird die Pumpe über längere Zeit (viele sagen, 1 Stunde reicht; andere gehen von einer Zeit von über 2 Stunden aus 1)) ausgeschaltet bzw. läuft nicht mehr durch technischen Defekt, kommt es wegen des entstehenden Sauerstoffmangels zu einem massiven Absterben dieser aeroben 2) Bakterien. Wird nun die Pumpe einfach wieder in Betrieb genommen (nach Stromausfall, Reparatur usw.) kommt es durch die abgestorbenen Bakterien zu einer massiven Einschwemmung von biologischen Abbauprodukten in das Teichwasser. Dies hat auf die darin lebenden höheren Organismen (z.B. Fische) sehr negative Auswirkungen.

Nach einem - wie auch immer gearteten - längeren Ausfall des Filters ist man auf der sicheren Seite, wenn man zunächst die Filtermaterialien einer zumindest oberflächlichen Reinigung unterzieht (ein Austausch des im Filter befindlichen Wassers gegen frisches Teichwasser verbunden mit einem Abspritzen der Filtermaterialien dürfte das Mindeste sein, was erfolgen sollte). Nach einer solchen Aktion ist der Filter nicht wieder sofort voll leistungsfähig, da sich erst wieder neue Bakterien ansiedeln müssen. Sie sollten deshalb eine evtl. Fütterung der Fische für mindestens 1 Woche stark einschränken, einen evtl. vorhandenen UVC-Vorklärer außer Betrieb nehmen und einen evtl.anstehenden (Teil-)Wasserwechsel verschieben, so er nicht unbedingt nötig ist. Ansonsten kann es ein Zuviel an abzubauenden organischen Substanzen (Futterreste, Kot) bzw. eine zu starke Dezimierung der nützlichen Bakterien geben. Dadurch tritt z.B. eine Verzögerung des Erreichens der vollen Filterwirkung ein.

Filterleistung

Die Leistung eines Filters ist eine Kombination aus seinem Volumen, den Filtermaterialien, der Pumpenleistung und der Teichart.

Fertig konfektionierte Filter (also Komplettangebote mit Filtermaterial und Pumpe) werden an Hand des Teichvolumens klassifiziert, wobei sich dieser Wert an einem nur mit Pflanzen besetzten Teich orientiert, also z.B. bis 10.000 Liter Teichinhalt.

Sind auch Fische im Teich, wird dieser Wert (seitens der Hersteller) halbiert. Um beim Beispiel zu bleiben also für 5.000 Liter. Diese Halbierung resultiert aus der zusätzlichen Belastung des Teiches mit den Exkrementen der Fische sowie evtl. Futterresten, die ja dann ebenfalls vom Filter abzubauen wären. Diese Halbierung stellt aber nur einen groben Richtwert dar und hat nur Gültigkeit, solange kein Überbesatz an Fischen vorhanden ist. Im Zweifel ist es immer besser, die nächstgrößere Filter-/Pumpen-Kombination zu nehmen.

Standzeit

Unter der Standzeit eines Filters versteht man die Zeit von einer Reinigung der Filtermaterialien bis zur nächsten Reinigung. Sie hängt u.a. von der Art des Filters, der verwendeten Filtermaterialien, evtl. verwendeter Vorfilter und der evtl. Möglichkeit einer Rückspülmöglichkeit (zur Entfernung des angesammelten Grobschmutzes) ab.

Eine Filterreinigung sollte nach Möglichkeit nicht gleichzeitig oder zeitnah zu einem (Teil-)Wasserwechsel durchführen, da die Nitrifizierung dadurch zu stark beeinträchtigt wird. Ein Abstand von 14 Tagen zwischen beiden teichpflegerischen Maßnahmen sollte mindestens eingehalten werden.

Filterarten

Filter kann man nach ihrer Bauart und / oder ihrem Funktionsprinzip einteilen. Hier werden überwiegend die im Handel erhältlichen Typen erläutert. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, eine Filteranlage selbst zu bauen siehe unten). In diesen Eigenbauten werden meist spezielle Bedürfnisse realisiert, die Funktionsprinzipien bleiben gleich.

Aktivkohlefilter

Mittels eines Aktivkohlefilters kann man gezielt chemische Substanzen (z.B. nach einer Medikamentenbehandlung der Teichfische) aus dem Teichwasser filtern (Adsorption). Ein solcher Filter wird mit vielen kleinen Stücken reiner Aktivkohle bestückt. Es ist immer ein Vorfilter vorzuschalten, damit die Wirksubstanz nicht unnötig verschlammt. Er sollte nicht im Dauereinsatz betrieben werden, da mit ihm auch erwünschte Substanzen dem Wasser entzogen werden bzw. seine Bindungskapazität nur begrenzt ist. Eine Regeneration des Filtersubstrats durch Erhitzung ist teilweise möglich. Sie sollten für die Aktivkohlefilterung nur speziell dafür vorgesehenes Material einsetzen.

Biologische Filter

Die meisten hier genannten Filterarten sind auch gleichzeitig biologische Filter. Ihr Wirkprinzip besteht darin, dass sich auf den Filtermaterialien bestimmte Mikroorganismen (anaerobe Bakterien) ansiedeln sollen, die das Teichwasser durch den Abbau organischer Substanzen im Wege der Nitrifikation reinigen sollen. Hierfür muss das Filtermaterial eine möglichst große Oberfläche haben und die Geschwindigkeit des durchfließenden Wassers darf nicht zu groß sein. Das Gegenstück zu biologischen Filtern stellen die mechanischen Filter dar.

Chemische Filter

Bei den chemischen Filtern wird die gewünschte Reinigung durch chemische Reaktionen bzw. Vorgänge (Katalyse) bewirkt. Zu den chemischen Filtern gehören z.B. die Aktivkohlefilter.

Druckfilter

Ähnlich den aus der Aquaristik bekannten Außenfiltern, bei denen der Deckel mittels eines Dichtungsringes und umlaufenden Verschlüssen druckdicht mit dem eigentlichen Filterbehälter verbunden wird. Der Ein- und Auslass liegt im Deckelbereich, so dass dieser Filter bis in Höhe der Verschlüsse in den Boden versenkt werden kann, dabei kann die Oberkante auch unterhalb des Teichwasserspiegels liegen.

Einkammerfilter

Wie beim Mehrkammerfilter ebenfalls ein oben meist nur lose abgedeckter Kunststoffbehälter, bei dem das Wasser die auf- oder nebeneinander geschichteten Filtermaterialien der Reihe nach (meist von oben nach unten) durchfließt. Wegen seiner oft geringen Größe und kurzen Durchflusszeit hat ein Einkammerfilter meist nur mechanische Filterwirkung und muss relativ häufig gesäubert werden. Es gibt diese Filter auch mit einer optischen Füllstandsanzeige (kleiner Schwimmer, ähnlich den Wasserstandsanzeigern für Hydrokulturpflanzen). Sobald dieser „voll“ anzeigt, muss der Filter gereinigt werden.

Der Einkammerfilter muss oberirdisch installiert werden, da er nach dem Schwerkraftprinzip arbeitet.

Eiweißabschäumer

Der Eiweißabschäumer stammt ursprünglich aus der Seewasseraquaristik.

Er besteht aus einer speziellen Apparatur und einem Luftsprudelstein, der sehr kleine Luftblasen bilden kann. Es kommt zu einer Schaumbildung und dieser Schaum enthält überwiegend das nicht erwünschte Eiweiß. Durch spezielle Konstruktionsmerkmale wird dieser Schaum abgeleitet und gesammelt.

Sinn und Zweck ist die Reduzierung von Eiweißstoffen aus den organischen Abfällen von Fischen. Über das Pro und Contra, Kosten und Nutzen bzw. der Sinnhaftigkeit solcher Geräte sollte sich jeder gründlich informieren, der intensive Fischhaltung plant. Alle anderen, die ihren Teich nicht mit Fischen überbesetzen, brauchen sich über diese Filterart kaum Gedanken zu machen.

Mechanische Filter

Mechanische Filter reinigen das Teichwasser auf Grund der Beschaffenheit und Auswahl des Filtermaterials von gröberen bis feineren Partikeln. Die überwiegende Anzahl der Vorfilter stellt mechanische Filter dar.

Mehrkammerfilter

Hierbei handelt es sich um einen wannenförmigen Filter mit mehr oder weniger lose aufgelegtem Deckel. Er besteht meist aus Kunststoff. Wie der Name schon sagt, hat dieser Filter mindestens 2 Kammern, in denen sich jeweils unterschiedliche Filtermaterialien befinden. Jede Kammer erfüllt dabei einen anderen Zweck. Dieser ist z.B.

  • eine mechanische Grobreinigung
  • eine mechanische Feinreinigung
  • Unterstützung der Nitrifikation durch eine möglichst große Filtermaterialoberfläche (biologische Filterung)
  • die Entgiftung durch Aktivkohle, z.B. nach Abschluss einer Behandlung der Fische mit Medikamenten.

Das durch die Pumpe in den Einlauf gedrückte Wasser fließt dabei durch die erste in die nachfolgende Kammer usw. Ist das Filtermaterial in einer Kammer so zugesetzt, dass das zugepumpte Wasser nicht mehr in Gänze durch die Kammer fließen kann, geht es durch einen filterinternen Überlauf ungereinigt in die nächste Kammer. Dies führt zu einem vorzeitigen Erschöpfen der Filterfähigkeiten der nachfolgenden Kammer. Jede Kammer sollte einen eigenen absperrbaren Bodenauslass haben, um die Reinigung der Kammern unabhängig voneinander durchführen zu können.

Nach Durchfluss der letzten Kammer wird das gereinigte Wasser über den Auslauf wieder dem Teich zugeführt. Die Auslassöffnung sollte immer größer sein als die Einlassöffnung um ein Überlaufen durch zu starken Pumpendruck zu verhindern.

Bauartbedingt muss der Mehrkammerfilter oberirdisch installiert werden.

Patronenfilter

Es gibt verschiedene Filter, die Patronenfilter genannt werden:

Groß

Der große Patronenfilter besteht aus vielen, eng beieinander stehenden (mindestens 2 - 3 cm Abstand), länglichen Schaumstoffzylindern, die in einer Kunststoffwanne stehen. Durch diese Zylinder wird das Wasser von außen nach innen gedrückt und durch die poröse Struktur des Schaumstoffes und der dadurch vorhandenen großen Oberfläche des Filtermaterials soll es zu einer biologischen Filterung kommen. In den Zylindern stecken miteinander verbundene löchrige Rohre, die das gesäuberte Wasser sammeln und wieder dem Teich zuführen. Die Filterleistung (aber auch die Standzeit) hängt vor allem von der Größe der Schaumstoffporen sowie von Größe und Anzahl der Schaumstoffpatronen ab.

Er wird als Feinfilter (braucht also einen Vorfilter - z.B. Vortex-Filter, siehe unten - für das Grobe) eingesetzt und meist von Koiteichbesitzern verwendet.

Eine bebilderte Selbstbauanleitung finden Sie hier (ohne Java werden leider keine Bilder und Texte geladen). Kommerzielle „Große Patronenfilter“ (auch nach individuellem Bedarf) finden Sie z.B. hier.

Klein

Der kleine Patronenfilter beinhaltet gleichzeitig Pumpe und Filtermaterial(ien), welche oft „nur“ aus Schaumstoff bestehen, in einem Gehäuse. Viele Aquarianer werden ihn noch aus ihrer Anfangszeit her kennen (dort wurde er aber duch eine Luftpumpe betrieben).

Er hat ob seines geringen Volumens an Filtermaterialien nur eine begrenzte Standzeit und muss häufig gereinigt werden. Er mag für kleinere Teiche noch geeignet sein, aber da mit ihm ohne weiteres keine Umwälzung des gesamten Teichwassers erfolgt, sollte man anderen Filter-Pumpe-Kombinationen den Vorzug geben.

Pflanzenfilter

Hierunter versteht man einen in der Regel vom normalen Teich abgetrennten, flachen Bereich, der durch entsprechendes Bodensubstrat und spezielle Pflanzen das in ihn durch die Pumpe einfließende Wasser reinigt. Das dann gereinigte Wasser fließt anschließend in den Teich (entweder durch speziellen Überlauf oder durch den höheren Wasserstand in diesem Teichbereich) zurück. Der Kreislauf geht also aus von der Pumpe, die im Teich steht, über den Pflanzenfilter-Bereich zurück in den Teich.

Siehe auch Filterteich.


Selbstbaufilter

Man kann (s)eine Filteranlage auch komplett selbst bauen. Im Internet gibt es dazu einiges an Anleitungen. Letztlich beruhen diese Selbstbaufilter auf eine Verwendung der hier abgehandelten Filtertechniken/-arten, bieten aber die Möglichkeit, spezielle Bedürfnisse (u.a. auch den Basteltrieb) abzudecken. Vom Umbau einer oder mehrerer Regentonnen bis hin zum Vortexfilter ist vieles möglich. Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und die Verwendung geeigneter Materialien sowie Werkzeuge sind die Voraussetzung für einen selbst gebauten Filter.

Skimmer

Oberflächenabsauger. Siehe Teichtechnik

Spaltfilter

Auch Bogensiebfilter genannt. Wird meist als mechanischer Vorfilter eingesetzt.

Es handelt sich um ein - meist aus Edelstahl gefertigtes - dickeres Blech, in dem feinste Schlitze in großer Zahl eingearbeitet sind. Diese Schlitze sind zwischen ca. 50 bis 300 µM (Mikrometer 3), also 0,05 - 0,3 mm) breit. Nur feinere Partikel können dieses Sieb passieren.

Durch eine spezielle Biegung setzt sich das Sieb zunächst unten zu und der Abfall verdichtet sich dort. Hierdurch wird die Standzeit erhöht.

Das von der Pumpe kommende Teichwasser wird über das Bogensieb geführt und das durchfließende Wasser dabei von gröberem (je nach Schlitzbreite) Schmutz gereingt, welcher sich oberhalb des Siebes sammelt. Das durchgeflossene Wasser wird dann dem biologisch wirkenden Filter zugeleitet und dort weiter gereinigt. Der nachfolgende Filter braucht also keinen Grobfilter mehr.

Er sollte regelmäßig kontrolliert werden. Das bei der Reinigung anfallende Material kann dem Komposter zugeführt werden.

Vorfilter

Hierbei handelt es sich entweder um ein einzelnes, speziell für diesen Zweck eingesetztes Filtergefäß, welches z.B. für der Grobfilterung (z.B. Spaltfilter) oder Abscheidung von Schlamm dient (z.B. Vortex-Filter) oder es kann sich um einen sogenannten UVC-Vorklärer handeln.

Vortex-Filter

Diese Filter wirken nach dem Wirbelprinzip (vortex = Wirbel). Das Wasser der Pumpe wird in einen kreisförmigen Behälter eingeleitet und gerät durch die Anordnung des Einlasses in Wirbel. Unten am Behälter befindet sich ein Auffangbehälter für den durch die Wirbel nach unten abgesetzten Dreck. Wird meist als Vorfilter für einen nachfolgenden anderen Filter oder als erste Kammer eines Mehrkammerfilters (siehe oben) eingesetzt.

Winterbetrieb

Bei einem normalen Gartenteich werden Filter meist nur in der Zeit von Frühjahr bis Herbst betrieben. Im Winter (Frostperiode) werden sie entleert, gereinigt und frostsicher (z.B. Keller) aufbewahrt.

Bei reinen Koiteichen kann / wird dies anders sein. Dort ist sehr häufig der Dauerbetrieb über das ganze Jahr anzutreffen (erforderliche Größe und Tiefe des Teiches sowie entsprechend geschützte - also frostfreie - Aufstellung von Pumpe und Filter vorausgesetzt).

Haben Sie den Filter im Winter außer Betrieb genommen und steht die Pumpe direkt auf dem Teichgrund, sollten Sie bei der Wiederinbetriebnahme im Frühling den Zuleitungsschlauch erst dann am Filter anbringen, sobald weitestgehend klares und nicht mehr nach Jauche riechendes Wasser aus dem Schlauch kommt. Ansonsten wird nicht nur das lange im Schlauch befindliche Wasser, sondern auch der Schlick aus dem näheren Ansaugbereich der Pumpe Ihren Filter stark verunreinigen.

Weiterführende Hinweise

Siehe auch:

1) Die Dauer dürfte von Filtervolumen, Zeit seit der letzten Reinigung (biologische Masse der Bakterien) und Wassertemperatur abhängig sein
2) sauerstoffbenötigenden
3) Hinweis: Einige Anbieter / Händler gebrauchen noch die Bezeichnung Mikron bzw. micron statt Mikrometer
start/glossar/filter.txt · Zuletzt geändert: 2014/04/05 19:54 von system1
Der Inhalt dieser Seite unterliegt der Creativ Commons License by-nc-sa 2.0, soweit nicht im Einzelfall anders bestimmt.
Creative Commons License Valid CSS Driven by DokuWiki Recent changes RSS feed Valid XHTML 1.0