Pumpe

Bauarten

Die gebräuchlichste Bauart ist die Kreiselpumpe.

Stromverbrauch

Verwechseln Sie bitte nicht die abgegebene Leistung mit der aufgenommenen Leistung einer Pumpe1). Einige Hersteller geben bei den Verbrauchswerten die abgegebene Leistung an. Diese liegt - abhängig vom Wirkungsgrad der Pumpe - teils erheblich unter der aufgenommenen Leistung. Der Stromverbrauch - und damit die Kosten - wird einzig durch die aufgenommene Leistung bestimmt.

Welche Pumpenleistung brauchen Sie?

Es gibt eine oft genannte Regel: Die Pumpe soll das Teichvolumen alle 2 Stunden einmal umwälzen. Für einen Teich von 10.000 Litern heißt dies, dass die Pumpe effektiv2) 5.000 Liter je Stunde bringen sollte. Bei einigen Herstellern müssen Sie noch die Fördermenge von Minuten- auf Stundenleistung umrechnen.

Eine andere Regel besagt, dass die gesamte Menge des Teichwassers 4 bis 5 Mal pro Tag den Filter durchlaufen soll. Auf 10.000 L hieße das 50.000 L am Tag, geteilt durch 24 Stunden = ca. 2.100 L Fördermenge je Stunde.

Bei Pumpen, die keine Tabelle bzw. Grafik zu der Fördermenge je nach Pumphöhe dabei haben, sollten Sie vorsichtig sein. Hier wird oft nur die größtmögliche Fördermenge bei 0 cm Höhenunterschied genannt.

Kennlinien

Die Kennlinie gibt an, welche Förderleistung eine Pumpe bei welchem Höhenunterschied noch erbringt.

pumpenkennlinie.jpg

Sie sehen, dass diese Pumpe bei einem Höhenunterschied von 3,2 m kein Wasser mehr fördern kann, bei einer Höhe von 1,6 m aber noch über 2.000 l je Stunde leistet. Ihre größtmögliche Förderleistung liegt bei ca. 4.400 l/h bei 0 cm Förderhöhe. Diese Kennlinie stammt von einer Pumpe des Modelljahres 2007 mit 75 Watt Leistungsaufnahme.

Wichtig: Der Höhenunterschied wird ab Oberkante Wasserspiegel gemessen (da erst ab dort die Schwerkraft wirkt) und endet am Einlauf des Filtergefäßes.

Standort

Bezüglich des Wassertiefen-Aufstellortes der Pumpe im Teich gibt es mehrere Ansichten und gegensätzliche Meinungen:

  • Auf dem Teichgrund
  • Auf einem kleinen (10 cm) Podest am Teichgrund
  • Auf einem höheren (20 bis 40 cm) Podest
  • In der mittleren Wassertiefe
  • im oberen Wasserbereich

Welcher Tiefen-Standort nun richtig ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Falls Sie aber einen Standort von kleiner als 60 cm Wassertiefe wählen, sollten Sie die Pumpe im Winter auf jeden Fall aus dem Teich entfernen, reinigen und an einem frostsicheren Ort (z.B. Keller) aufbewahren. Wenn der Teich nämlich erst einmal richtig zugefroren ist, ist ein in-Sicherheit-bringen der Pumpe nur noch sehr schwierig realisierbar. Sollten Sie die Pumpe tiefer stehen haben und sowieso im Winter durchlaufen lassen 3), brauchen Sie sich keine weiteren Gedanken machen.

Falls Sie die Pumpe direkt auf dem Teichgrund platzieren wird vermehrt auch Schlamm / Schlick angesaugt, der dazu bewirkt, dass sich der Ansaugstutzen / Propeller schneller zusetzt. Das kann zu einer Minimierung der Pumpleistung bis hin zum blockieren des Schaufelrades führen. Haben Sie keine Zeit, die Pumpe zu reinigen, sollten Sie diese jedoch vom Strom trennen und müssen dann aber vor Wiederinbetriebnahme den Filter reinigen, da sich in diesem bereits kurz nach Wegfall des Wasserdurchflusses anaerobe Fäulnisvorgänge einstellen. Diese dürfen nicht in das Teichwasser gelangen. Die Filterreinigung ist auch dann erforderlich, wenn Sie nicht wissen, wie lange die Pumpe bereits blockiert ist.

Ein kurzfristiges Blockieren der Pumpe ist mechanisch unproblematisch (wegen des Kreiselpumpenprinzips), kann aber, da das durchfließende Wasser auch eine Kühlwirkung hat, auf Sicht zu einer Überhitzung der Pumpe führen.

Der Einsaugbereich der Pumpe sollte möglichst am entgegengesetzten Ende des Teiches zum Wassereinlauf sein um eine komplette Wasserumwälzung zu ermöglichen.

Haben Sie die Pumpe im Winter außer Betrieb genommen und steht diese direkt auf dem Teichgrund, sollten Sie bei Wiederinbetriebnahme den Zuleitungsschlauch erst dann am Filter anbringen, sobald weitestgehend klares und nicht mehr nach Moder / Jauche riechendes Wasser aus dem Schlauch kommt.

Wartung / Reparatur

Vor Arbeiten an der Pumpe diese bitte vom Strom trennen (Stecker ziehen).

Benutzen Sie keine Reinigungsmittel. Es wird nur mechanisch und mit klarem Wasser gereinigt.

Ca. 2 Mal im Jahr, spätestens alle 2 Jahre sollten sie die Pumpe reinigen4). Sie steckt meist in einer aus 2 Halbschalen gefertigten Hülle aus Kunststoff mit schmalen Ansaugschlitzen bzw. -löchern. Die Schalen lassen sich meist werkzeuglos auseinander nehmen (Clipverschluss). Die eigentliche Pumpe aus ihren Halterungen nehmen und die Halbschalen z.B. mit einer Hand- und Nagelbürste von Algen und sonstigem Unrat befreien und abspülen.

Zu der Pumpenhülle/-schale einige Anmerkungen:

  • je größer die Schale umso länger kann man mit deren Reinigung warten. Lässt der Filterauslass merklich nach, obwohl der Filter noch nicht voll sein kann, bitte prüfen, ob die Löcher nicht mit Blättern und sonstigem zugesetzt sind.
  • die Größe der Löcher ist abhängig von der Größe der von der Pumpe zu bewältigenden Fremdkörper.

Die eigentlich Pumpe besteht meist aus einem Block, in dem der Motor und der Stromkabelanschluss komplett vergossen sind. Hier sind keinerlei Arbeiten möglich, außer das äußere Säubern. Vorne am Ansaugloch der Pumpe befindet sich ein Deckel, der meist durch eine Linksdrehung5) geöffnet werden kann. Vorsicht: Dabei wird evtl. ein längerer Kunststoffdorn mit aus der Achse gezogen. Dieser Dorn ist empfindlich und darf nicht gebogen oder geknickt werden. Reinigen Sie die Kappe bzw. den Deckel. Achten Sie auf einen evtl. Dichtungsring zwischen Pumpengehäuse / Deckel, der ebenfalls gereinigt und richtig wieder eingelegt werden muss.

Das Schaufelrad, aus dessen Mitte der oben genannte Dorn stammt, ist mit einem Rundmagnet verbunden und kann mit den Fingern gerade herausgezogen werden. Wegen der Magnetkraft und Feuchtigkeit ist das teils etwas mühsam, aber es geht. Bitte keine Hebel ansetzen oder seitlich drücken.

Je nach Bedienungsanleitung ihrer Pumpe: Es gibt Pumpen, die während des Betriebes so hohe Temperaturen erreichen, dass sich bei härterem Wasser am Rotor Kalkablagerungen bilden können. Diese müssen dann entfernt werden. Hierzu benutzt man das in der Bedienungsanleitung genannte Entkalkungsmittel oder, falls keines genannt wird, Zitronensäure (Essigsäure kann bestimmte Materialien angreifen bzw. schädigen). Dieses Mittel lösen Sie nach Anleitung in der entsprechenden Menge frischem Wassers auf und legen den Rotor (am besten über Nacht) in die Lösung.

Reinigen Sie den Magnetkörper/Rotor und die sonstigen erreichbaren Teile mit einem feuchten Tuch oder einer weichen alten Zahnbürste. Alles dann nochmal unter fließendem Wasser ab- bzw. durchspülen und in der umgekehrten Reihenfolge zusammensetzen. Dabei aufpassen, dass der Achsdorn wieder vorsichtig in die Führung geht und alle Teile frei beweglich sind.

Pumpe an der bisherigen Stelle wieder absenken.

Anmerkungen / Sonstiges

  • Die Förderleistung der Pumpe wird auch durch den Querschnitt der Verbindungsschläuche von der Pumpe zum Filter beeinflusst. Je größer der Querschnitt desto geringer der Verlust. Nehmen Sie die größtmögliche Durchflussgröße, auch wenn der Preis des Schlauches dadurch höher ist. Glattwandige Rohre haben einen geringeren Widerstand als z.B. Spiralschläuche. Dafür brauchen erstere einen größeren Biegeradius, da sie sonst sehr leicht knicken. Dies können Sie umgehen, indem Sie kurz nach der Pumpe bis kurz vor dem Filter auf einen größeren Spiralschlauch adaptieren. Jeder Adapter bzw. jedes Übergangsstück stellt aber wiederum eine Durchflussverengung dar.
  • Sichern Sie bitte alle Schlauchverbindungen (Pumpe, Filter, Reduzierstücke, Verlängerungsadapter usw.) mit Schlauchklemmen aus Edelstahl. Schläuche altern (UV-Strahlung, Hitze, Frost …), verlieren ihre Elastizität und verzinktes Eisen kann Rost ansetzen.
  • In Bezug auf den größtmöglichen Querschnitt der Schläuche kann gesagt werden, dass ein 1“-Schlauch (25 mm) für eine Pumpe mit mehr als 4.000 l/Std. nicht ausreicht. Selbst bei einer Pumpe mit über 2.000 l/Std. kann ein Querschnitt von 1“ bereits zu eng sein. Gehen Sie besser direkt auf mindestens 1 1/4“ (32 mm). Bedenken Sie bitte, dass sich die hier genannten Schläuche mit der Zeit auch innen mehr oder weniger zusetzen und damit der Querschnitt verringert wird (gleichbedeutend mit einem noch höheren Widerstand).
  • Kaufen Sie bitte keinen „preiswerten“ (im Sinne von billig) Spiralschlauch, denn manche eignen sich eher für die dauernde Beetbewässerung (eigene Erfahrung ⇒ zweimal gekauft, da zig Löcher vorhanden waren, die dauerhaft zu einer Entleerung des Teichs geführt hätten). Beim Online-Kauf gibt es mittlerweile die Möglichkeit, Kundenbewertungen zu lesen. Nutzen Sie dies nach Möglichkeit. Ein Preis von 4 bis 5 Euro je Meter 1 1/4“-Schlauch (32 mm, Stand 2013) ist angemessen. Bei einem Meterpreis von ca. 2 Euro werden Sie kaum lange Freude an dem Schlauch haben.
  • Eine preiswerte Pumpe mag im ersten Moment genügen. Höherpreisige Pumpen haben aber meist einen (teilweise deutlich) geringeren Stromverbrauch, was zu einer deutlichen Senkung der Energiekosten führt (über die Gesamtnutzungsdauer). Die höheren Anschaffungskosten können durch die geringeren Folgekosten oft mehr als aufgehoben werden. Zudem ist die Ersatzteillieferung bei Markenherstellern für den Fall einer Reparatur meist längerfristig gesichert als bei Angebots-, Billig- bzw. No-Name-Ware.
  • Was nun „Marken-“ bzw. „No-Name-Ware“ ist, dazu kann Ihnen hier keine Hilfestellung gegeben werden. Es muss aber nicht der Hersteller sein, dessen Ware Sie überall zum gleichen Preis bekommen. Es gibt auch vergleichbare Hersteller.
  • Bedenken Sie bei der Pumpenanschaffung auch die zentrale Bedeutung dieses Gerätes.
  • Bevor Sie die Pumpe im Teich - wo auch immer - aufstellen, sollten Sie an geeigneter Stelle ein unverrottbares Seil an ihr befestigen, welches Sie am Teichrand verdeckt befestigen. Dies erleichtert die Pumpenwartung. Die Pumpe soll weder am Schlauch noch am Stromkabel aus dem Wasser gezogen werden.
  • Zudem sollten Sie ab und zu das Stromkabel auf äußere Defekte überprüfen und ggfls. durch einen Fachmann ersetzen lassen. Absolute und selbstverständliche Pflicht sollte der Betrieb von elektrischen Geräten im und am Teich nur über einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) sein. Sicherheit hat hier absoluten Vorrang.
  • Wenn Sie die Pumpe aus dem Wasser holen müssen (z.B. für Wartungs- bzw. Reinigungsarbeiten), schalten Sie sie bitte vorher aus. Gegen Trockenlauf sind sie sehr empfindlich (u.a. mangelnde Kühlung/Gleitmittel durch nicht mehr strömendes Wasser).
1) beide Werte werden in Watt angegeben
2) unter Berücksichtigung der Förderhöhe bzw. der Pumpenkennlinie
3) häufig bei Koi-Teichen der Fall
4) Sonst streikt sie plötzlich und unerwartet
5) evtl. vorhandene Symbole beachten
start/glossar/pumpe.txt · Zuletzt geändert: 2013/06/03 21:08 von system1
Der Inhalt dieser Seite unterliegt der Creativ Commons License by-nc-sa 2.0, soweit nicht im Einzelfall anders bestimmt.
Creative Commons License Valid CSS Driven by DokuWiki Recent changes RSS feed Valid XHTML 1.0